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Kleiner Mangel, teurer Schaden

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- Welche Kosten private Bauherren vermeiden können, wenn sie frühzeitig Mängel erkennen, zeigt eine aktuelle Studie des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

Beispiele festgestellter Mängel und vermiedene Bauschadenskosten. Quelle: BSB / IfB „Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern“, 2019.

Schadenkosten wachsen mit Baufortschritt

Beim Hausbau gilt die Faustformel: Je weiter der Planungs- und Ausführungsprozess fortgeschritten ist, desto höher steigen der technische Aufwand und die Kosten für die Mangelbeseitigung. BSB-Geschäftsführer Florian Becker kennt die Ursachen: „Wenn nachfolgende Gewerke auf mangelhaft ausgeführte Bereiche aufbauen, können Fehler nur schwer oder mit großem Aufwand erkannt und beseitigt werden.“
Hinzu kommen die Rahmenbedingungen, die die Lage für Bauherren oft verschlechtern: „Bauen ohne Mängel kann heute ausgeschlossen werden. Dafür sind die Anforderungen zu komplex und der Markt zu überlastet“, sagt Becker. „Wichtig ist, dass Fehler frühzeitig erkannt werden, z.B. mit Hilfe einer professionellen Baubegleitung.“ Durchschnittlich 29 Mängel entstehen pro Hausbau, so die Ergebnisse der Studie.

Mangel deutlich geringer als Schaden

Der beispielhafte Vergleich zwischen den Mangelbeseitigungskosten und den durch frühzeitiges Erkennen vermiedenen Bauschadenkosten zeigt die hohe Differenz, siehe oben.
Alle in der Studie festgestellten Mängel können sowohl einzeln als auch in Kombination, also Gewerke übergreifend auftreten. Die Folgen reichen dabei von einer umfangreichen Sanierung bis hin zum Abriss und Neubau eines Gebäudes, wenn die Standsicherheit gefährdet ist.
Die Ursachen der Fehler liegen oft bereits vor Baubeginn. Die Studienergebnisse zeigen: In 99 Prozent der Fälle fehlen wichtige Planungsunterlagen, ohne die eine auftragsgemäße Umsetzung kaum möglich ist. Becker rät zur Kontrolle: „Der Gesetzgeber hat hier klare Vorgaben getroffen. Bauherren sollten ihre Unterlagen von einem unabhängigen Sachverständigen auf Vollständigkeit prüfen lassen und gegebenenfalls Nachforderungen an das Unternehmen richten.“ 

Studie im Auftrag des BSB

Die Studie „Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern“ entstand im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. und wurde von Institut Bauforschung e.V. durchgeführt. Die Datenbasis bildeten 700 Baustellenkontrollen, die bei 100 Neubauvorbauen im Ein- und Zweifamilienhausbereich durchgeführt wurden.